Nicht ohne Hintergedanken fordert die rechtsnationale Marie Le Pen Neuwahlen in der Hoffnung, die Pattsituation in der Nationalversammlung zu ihren Gunsten verändern zu können.
Die seit langem existierende Haushaltsmisere würde sich durch einen von ihr erhofften Rechtsruck zwar nicht bessern, jedoch würden die vor ein paar Tagen in Toulon vereinbarte Zusammenarbeit mit Deutschland ebenso obsolet werden wie die Beziehungen zur EU.
Zwar würde es wohl kurzfristig auch nicht zu einem „Frexit“ kommen, doch würden die internationalen Kapitalmärkte einen solchen nicht mehr gänzlich ausschließen und die Refinanzierungen französischer Anleihen durch Zinserhöhungen erschweren. Negative Auswirkungen auf den Euro-Kurs sind dann nicht auszuschließen, da Frankreich zu den „Großen“ in der EU zählt.
Uns in Deutschland kann die Entwicklung in Frankreich daher nicht egal sein! Wir sind von der innerfranzösischen Zerreißprobe auch unmittelbar aufgrund der ökonomischen Beziehungen betroffen!
Ob es Monsieur Lecornu noch binnen der verbleibenden zwei Tage gelingt, eine mehrheitsfähige Regierung zu bilden, wird man sehen. Im eigenen Interesse müssen wir es Frankreich wünschen!
Was wir jedoch lernen können, ist, dass das Verzögern notwendiger Reformen, das Nichtbeachten politischer Entwicklungen, eine unzureichende Kommunikation, eine vorrangige, egozentrische Berücksichtigung eigener Interessen und das unbedingte Festhalten an Besitzständen trotz gravierend sich verändernden Gegebenheiten zu Populisten begünstigenden Szenarien führt, die letztlich eine freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung gefährden!
Chers amis, je vous souhaite tout le bien!
Liebe Freunde, ich wünsche euch alles Gute!
Deodat von Eickstedt (7.10.2025)