Folglich bedeutet für die Zukunft eine Interessenabwägung zwischen informationeller Freiheit und öffentlicher Sicherheit nicht nur, sich auf die Kontrollrechte und Abwehrmöglichkeiten gegenüber dem Handeln von nationalen, deutschen Behörden zu beschränken. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob der Schutz der informationsbezogenen Grundrechte so weit reicht, dass jeder Bürger eine Schutzverpflichtung des deutschen Staates in Bezug auf seine Privatsphäre auch gegenüber fremden Mächten einfordern kann und ob diese technisch realisierbar ist. In diesem Zusammenhang ist ferner zu überlegen, ob auf europäischer und völkerrechtlicher Ebene rechtliche Regulierungsansätze und Lösungen möglich sind, um eine Totalausspähung eines jeden Einzelnen für die Zukunft zu vermeiden.
Der Rechtswissenschaftler Dennis-Kenji Kipker vom Bremer Forschungsinstitut für Informations-, Gesundheits- und Medizinrecht (IGMR) referierte zu dieser Thematik am Montag, den 24.02.2014 ab 19:30 Uhr im kleinen Forum der KGS Leeste für die Europa-Union im Landkreis Diepholz und ging auf alle die vorgenannte Problematik betreffenden wesentlichen Fragestellungen ein, im Anschluss fand eine lebhafte Diskussion statt. Dennis-Kenji Kipker studierte von 2006-2011 an der Universität Bremen Rechtswissenschaften und promoviert seit 2012 im Polizei- und Nachrichtendienstrecht mit europarechtlichen und internationalen Bezügen.