Nato-Gipfel in Den Haag - "Es ist spät in Europa..."

Der am 25.06.25 zu Ende gegangene NATO-Gipfel in Den Haag und das vor wenigen Tagen in Kanada statt gefundene G7-Treffen haben einmal mehr gezeigt, welchen offensichtlich geringen Stellenwert europäische Anliegen in der Weltpolitik haben.

Die Vereinigten Staaten von Amerika unter der Führung ihres Präsidenten, Donald Trump, demonstrieren allein durch die Dauer ihrer Präsenz oder Nicht-Präsenz, wer das Sagen hat: der Stärkere!

Nato-Gipfel Den Haag 25.06.2025: https://www.nato.int/nato_static_fl2014/assets/pictures/images_mfu/2025/6/25b-summit-bilat-us/250625b-001.jpg

Der Beschuss der iranischen Atomanlagen, der auch für Europa von existentieller Bedeutung ist, erfolgte ohne Einbindung unseres Kontinents. Wenigstens erfuhren wir in Deutschland davon nicht erst aus der Morgenpresse!

Der Zollstreit mit den USA hängt ebenso wie das Satelliten-Programm von Elon Musk wie ein Damoklesschwert über unseren Köpfen. In beiden Bereichen ist die Abhängigkeit Europas evident und gefährlich!

Ein „Außerirdischer“ mag sich angesichts dieser Realitäten fragen, warum wir in Europa aus der „Kleinstaaterei“ früherer Jahrhunderte nichts gelernt haben. Selbst zwei Weltkriege, die wesentlich auch auf europäischem Boden ausgetragen wurden, haben ganz offensichtlich nicht zu einer durchgreifenden „Zeitenwende“ geführt.

Sowohl in Deutschland als auch in anderen Staaten greift der Ungeist des Nationalismus wieder um sich! 

Nahezu zwangsläufig fallen einem da die Worte im „Volkslied“ von Hanns Dieter Hüsch ein:

Es ist spät in Europa,
Es ist spät in der Welt,
Und die Leute in Europa,
Die zählen ihr Geld,
Denn vielleicht steht morgen schon
Draußen vor der Tür die Inflation.

In der einen Hand die Bibel,
In der andern Hand das Geld,
Und der eine ist sensibel,
Und der andre wird geprellt.

Keiner weiß, wie’s weitergeht,
Und wie hoch der Mensch im Kursbuch steht.
Und da nützt auch keine Hausbar
Noch ein Fernsehschrank auf Raten,
Denn wenn einmal ein Krieg aus war,
Kamen neue Potentaten.

Es ist spät in Europa,
Es ist spät in der Welt,
Und wenn bald auf Europa
Der Schnee wieder fällt,
Fallen Hoffnung und Geduld,
Doch was steigt
Ist die Schuld.

Wie wäre es, wenn wir endlich beweisen würden, dass es auch ein anderes, ein menschlicheres, ein nachhaltigeres Europa gibt?

In der Europaunion kann jede(r) daran mitbauen!"