Der eher russland-freundliche Ex-Präsident Rumen Radew hat mit seinem Bündnis „Progressives Bulgarien“ wohl den ersten Platz belegt und könnte sogar eine absolute Mehrheit im Parlament erreichen.
Der europa-freundliche Bojko Borissow erreichte mit seiner Gruppierung nur abgeschlagen den zweiten Platz in der voraussichtlich sechs Parteien umfassenden Nationalversammlung (Narodno Sabranie).
Glaubt man den im Wahlkampf geäußerten Aussagen von Radew, will er die bulgarischen Hilfen für die Ukraine zwar einstellen, aber EU-Beschlüsse dazu nicht wie Orban blockieren. Man wird sehen.
Diese Wahlergebnisse erinnern daher erneut an die fragilen politischen Verhältnisse in Europa, die sicher nicht in Anbetracht der geopolitischen Umbrüche, die nicht zuletzt wesentlich von der aktuellen amerikanischen Administration betrieben werden, ohne Rückwirkung auf das „Good Old Europe“, dass wir kannten, bleiben werden!
Sehr real auch im ökonomischen Kontext ist der Krieg im Nahen Osten ein Katalysator für nationalistische Bestrebungen!
Die Historie Europas lehrt überdeutlich, welche Zerstörungskräfte nationalistischen Bestrebungen innewohnen können.
Die Europaunion stellt sich dem vehement entgegen und tritt öffentlich wie auch im privaten Umfeld für einen fortschreitenden Einigungsprozess in der EU ein, wohl wissend um den steinigen, aber alternativlosen Weg!