Die Kritik kumulierte in der Forderung, dass die EU die verabredeten Sanktionen nicht hinreichend durchgesetzt und einen „Kuschelkurs“ eingeschlagen hätte. Im Übrigen hätten keine Investition- und Kaufzusagen seitens der EU erfolgen können, da diese privatwirtschaftlicher Natur seien.
In vielerlei Szenarien wurden die negativen Auswirkungen beiderseits des Atlantiks mit wissenschaftlicher Akribie beschrieben.
All diesen Aussagen und Hochrechnungen lagen die Annahme zugrunde, dass ökonomische Grundlagen das Denken und Handeln von Donald Trump bestimmen würden.
Zuletzt versuchte die Schweizer Präsidentin Keller-Sutter faktenorientiert zu argumentieren und übersah dabei offenbar die Empfindlichkeiten des amerikanischen Präsidenten.
Hätte sie ihm aus dem Land der Almen ein „goldene Kuhglocke“ in massiver und großartiger Ausführung mitgebracht, wäre es womöglich zu anderen Ergebnissen gekommen! (Herr Cook von Apple hatte mit seinem „goldenen iPhone“ offenbar mehr Erfolg).
Da wie eigentlich stets die „Zusagen“ von Donald Trump eine Verfallszeit von teilweise nur Minuten oder Stunden haben, ist selbst die erhoffte Planungssicherheit nur eine vage und bisweilen illusionäre Hoffnung!
Da wir uns aber in Europa über Jahrzehnte sicherheitspolitisch in eine nur sehr langfristig überwindbare Abhängigkeit vom „Großen Bruder“ gebracht haben, kann dieser ungeniert seinem Naturell entsprechend uns die „Folterwerkzeuge“ zeigen!
Eine nach wie vor vorhandene nationalistische Mentalität der Kleinstaaterei in Europa (siehe auch so manches Parteiprogramm in Deutschland) und unsere gern gezeigte „Hochnäsigkeit mit moralischem Impetus“ im Hinblick auf andere Wirtschaftsräume (siehe bisher nicht Zustandes gekommenes Mercosur-Abkommen) erleichtern dem „BIG-DEAL-MAKER“ sein disruptives Verhalten.
Wer immer noch glaubt, „die gute, alte Zeit“ würde wieder auferstehen und Europa als die Geburtsstätte der Demokratie, der Philosophie, der Kultur und der Innovationen würde wieder zum Leitbild der Welt werden, sollte sehr schnell erkennen, dass unser „Triangel-Spiel“ im Weltkonzert nur schwerlich den Ton angeben wird!
In der polnischen Nationalhymne heißt es: „Noch ist Polen nicht verloren!“ Auch Europa ist noch nicht verloren - wenn es endlich als Einheit auftritt und jedem nationalistischen Schalmeienruf widersteht!